Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Turings Orakel für Juli, 2009.
2009-Jul-26 von Ralph.
1889 - Francis Galton veröffentlichte 1889 unter dem Titel “Natural inheritance” ein Buch in dem u.a. eine anschauliche Darstellung der die Streuung von Messwerten (Deviation) und der Normalverteilung liefert. Unter der Überschrift “Mechanical Illsutration of the Cause of the Curve of Frequency” bechreibt er ab Siete 63 das später nach ihm benannte Galton-Brett (Galton’sches Brett, selterner Galtonisches Brett). Die Abchnittswechsel habe ich eingefügt und sind im Original nicht enthalten, ebenso natürlich die eingeschobenen sinngemäßen deutschen Übersetzungen.
The Curve of Frequency, and that of Distribution, are convertible: therefore if the genesis of either of them can be made clear, that of the other becomes also intelligible. I shall now illustrate the origin of the Curve of Frequency, by means of the apparatus shown in Fig. 7, that mimics in a very pretty way the condition on which Deviation depend.
Die Dichtekurve und die der Verteilung sind in einander überführbar. Hat man demnach sich demnach den urprung der einen klargemacht, so wird die andere ebenfalls verständlich. Ich sollte jetzt den Urpsrung der der Kurve der Dichte anhand des folgenden Apparats illustrieren, der in sehr schöner Weise die Bedingungen imitiert, von die eine streuung abhängt.
It is a frame glazed in front, leaving a depth of about a quarter of an inch behind the glass. Below the outlet of the funnel stand a succession of rows of pins stuck squarely into the backborad, and below there again are a series of vertical compartments. A charge of small shot is inclosed. When the frame is held topsy-turvey, all the shot runs to the upper end; then, when it turned back into the working position, the desired action commences.
Lateral strips, shown in the diagram, have the effect of directing all the shot that had collected at the upper end of the frame to run into the wide mouth of the funnel. The shot passes through the funnel and issuing from its narrow end, scampers deviously down through the pins in a curious and interesting way; each of them darting a step to the right or left, as the case may be, every time it strikes a pin. The pins are disposed in a quincunx fasion, so that every descending shot strikes against a pin in each successive row. The cascade issuing from the funnel broadens a it descends, and, at length, every hot finds itself caught in a compartment immediately after freeing itself from the last row of pins.
The outline of the columns of shot that accumulate in the successive compartments approcimates to the Curve of Frequency (Fig. 3, p. 38), and is closely of the same shape however often the experiment is repeated. The outline of the columns would became more nearly identical withe the Normal Curve of Frequency, if the rows of pins were much more numerous, the shot smaller, and the compartments narrower; also if a larger quantity of shot were used.
Die Umrisse der Säulen der Schrotkugeln die sich in den aufeinanderfolgenden Kammern angesammelt haben ähneln der Dichtekurve und ist immer annähernd von der gleichen Gestalt, egal wie oft das Experiment wiederholt wird. Der Umriss der Säulen wird sich der Dichte der Normalverteilung nähern, wenn die Anzahl der Reihen der Nägel ehr viel größer wird, die Schrotkugeln kleiner, die Kammern enger und eine größere Anzahl an Schrot benutzt wird.
Das Galton-Brett ist eine Tafel, auf der versetzt in mehreren Reihen Stifte aufgebracht sind. Wird nun eine Kugel von oben eingelassen, so rollt sie in jeder Reihe entweder links von einer der Stifte, oder rechts von einem der Stifte herab. Schließlich fällt sie in eines der ganz unten befindlichen Fächer.
Für eine vierreihige Vorrichtung ergeben sich folgende Pfadmöglichkeiten:
LLLL, LLLR, LLRL, LLRR, .. LRLL, LRLR, LRRL, LRRR,
RLLL, RLLR, RLRL, RLRR, .. RRLL, RRLR, RRRL, RRRR
Um in die Kammer ganz links oder ganz rechts außen zu kommen, gibt es jeweils nur eine Möglichkeit: LLLL bzw. RRRR. Die Wahrscheinlichkeit liegt also bei je 1/16. Um dagegen genau in der Mitte zu landen müssen müssen L und R jeweils gleich oft vorkommen, dafür gibt es die meisten, nämlich 6 Möglichkeiten also mit einer Wahrscheinlichkeit von 3/8.
Wird bei 6 Reihen jeder der 64 Pfade in 64 Versuchen genau einmal getroffen so ergibt sich folgende Verteilung:
Erweitert man das Brett um immer mehr Reihen und führt das Experiment unendlich oft durch, so glättet sich schließlich die Verteilung und nähert sich der Normalverteilungkurve an.
Geschrieben in Kapitalmarkttheorie, Historie | Comments Off
2009-Jul-25 von Ralph.
[004] — Der RFC-Editor ist eine kleine Gruppe innerhalb der Internet Society, die die RFC in ihre endgültige Form bringt. Früher wurde diese Aufgabe allein von Jon Postel durchgeführt. Die Requests for Comments sind eine Reihe von technischen und organisatorischen Dokumenten zum Internet. Der RFC-Editor beherbergt zudem ein Verzeichnis aller RFC-Dokumente.
[003] — Das Mathematical Sciences Research Institute (MSRI), ist ein mathematisches Forschungsinstitut an der University of California, Berkeley, das 1982 gegründet wurde. Hier finden regelmäßig Workshops statt, davon vier über ein ganzes Semester zu Schwerpunktthemen. Videomitschnitte können über VMath heruntergeladen werden.
[002] — Das Project Gutenberg ist eine im Internet beheimatete Bibliothek freier Literatur in e-Text Form. Die dort verfügbaren Dateien sind in Public Domain weil das Copyright mittlerweile ausgelaufen ist. So sind Klassiker zu finden, wie Dracula von Bram Stoker, Frankenstein von Mary Shelley, Alice’s Adventures in Wonderland von Lewis Carroll oder The Wizard of Oz von Frank Baum.
[001] — Wolfram Research wurde von dem britischen Mathematiker Stephen Wolfram gegründet und vermarktet seit 1988 das Mathematik-Programm Mathematica. Umfangreich ist das Lexikon-artige Mathworld. Das jüngste Angebot ist Wolfram Alpha, eine neuartige Suchmaschine.
Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf dieser Homepage gilt: Ich distanzieremich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meiner Homepage und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.
Geschrieben in Internet | Comments Off
2009-Jul-24 von Ralph.
Unter Survivorship Bias versteht man eine Verzerrung einer statistischen Erhebung und deren Analyse weil sich die Auswahl der Stichprobe nur auf vorhandene Datensätze beschränken kann. So werden insbesondere bei Zeitreihenanalysen nur die Ausprägungen herangezogen, die über den gesamten Zeitraum vorliegen. Zwischenzeitlich verschwundene oder neu hinzugekommene Ausprägungen finden keine Berücksichtigung.
Das Problem hat in der Kapitalmarktforschung bei der Untersuchung von Performance eine Bedeutung. Insbesondere bei der Betrachtung größerer Zeiträume erliegt man der Versuchung bei der Aktienanalyse ohnehin nur die Titel zu betrachten, die über den gesamten Zeitraum am Markt Bestand hatten. Ähnliches stellt sich ein, wenn man Ausfallwahrscheinlichkeiten erhebt. Neukunden mit einer Lebensdauer unter dem Betrachtungshorizont fallen dann aus der Analyse.
Zu den verwandten Themen gehört die Selection Bias, zu der die Survivorship Bias als Unterthema fallen kann. So sind sind z.B. Aktienindizes kein wirkliches Maß für die abzubildende Wirtschaft, da hier durch regelmäßiges Tauschen nur die jeweiligen Top Unternehmen ihren Eintrag finden. Ein ebenfalls verwandtes Thema ist der Texas Sharphooter Fallacy, wo durch geeignete Selektion der Untersuchungsstichprobe gewünschte Ergebnisse der Eigenschaften ein automatsich höheres Gewicht erhalten.
Geschrieben in Kapitalmarkttheorie | Comments Off
2009-Jul-19 von Ralph.
Flagge zeigen? Die Deutschen und ihre Nationalsymbole
27. Mai bis 11. Oktober 2009 im Zeitgeschichtlichen Forum
Sowohl die Friedliche Revolution und Mauerfall als auch das “Sommermärchen” Fußball-Weltmeisterschaft 2006 standen im Zeichen von Schwarz-Rot-Gold. Im Jubiläumsjahr 2009 „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ fragt „Flagge zeigen?” nach der Herkunft von Fahne, Hymne und Wappen und beleuchtet ihre Verwendung in verschiedenen historischen Epochen. Was sind die Gründe für diesen Wandel im Umgang mit den Nationalsymbolen? Nach 1945 ist Schwarz-Rot-Gold das einzige von Krieg und Terror unbelastete gesamtdeutsche Symbol. Bei der doppelten Staatsgründung 1949 beschwören beide deutsche Teilstaaten mit diesen Farben die nationale Einheit. Zugleich setzen sie unterschiedliche Akzente in ihrer Erinnerungskultur und grenzen sich im Kalten Krieg zunehmend voneinander ab. Rund 600 Exponate sind in der Ausstellung zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Geschrieben in Leipzig Events | Comments Off
2009-Jul-01 von Jens.
Die Games Convention Online, die vom 31. Juli bis 02. August in Leipzig stattfindet, wird unter Anderem mit einer Ausstellung zur Geschichte der Computerspiele aufwarten. Die “Von Pong zu Ping” titulierte Sonderschau, die zusammen mit dem Computerspiele Museum Berlin organisiert wurde, wird dabei von zwei besonderen Gästen eröffnet: Ralph H. Baer, Erfinder der ersten Heim-Videospielkonsole und Richard Bartle, Erfinder des ersten Mehrspieler-Spiels.
Auch wenn vielen Spielern dieser Tage wohl keiner dieser Namen etwas sagen dürfte, so sind doch beide eng mit den Innovationen und Entwicklungen auf dem Computerspiele-Sektor verknüpft:
Ralph Baer (87), entwarf 1966 den Vorläufer der heutigen Konsolen - ein Videospiel-System, das an den heimischen Fernsehapparat angeschlossen wird. Die von ihm konstruierte “Brown Box“, die er 1968 fertigstellte, war ein einfacher, mit Reglerknöpfen ausgestatteter Holzkasten, das drei Figuren auf dem TV-Gerät steuerte, zwei “Schläger”, dargestellt als Rechtecke, bewegten sich an den Seiten auf und ab, dazwischen wurde ein Quadrat gelenkt - der Tennisball. Die “Brown Box” arbeitet dabei noch nicht mit Computerchiptechnologie, sondern mit Transistoren und Schaltern und war lediglich für die Anzeige der Grafikelemente verantwortlich - die Steuerung erfolgte über Drehregler, die am Fernsehgerät befestigt wurden. Neben der Tennisvariante gab es auch andere Spiele, die oftmals aber weitere Hilfsmittel, wie Ereigniskarten benötigten.
Sein Patent wurde von der US-amerikanischen Firma Magnavox erstmals zur Marktreife gebracht, als man 1972 die Heimvideospielkonsole “Odyssey” auf den Markt brachte. Das Gerät fuhr einen respektablen Erfolg ein: Über 100.000 Stück wurden verkauft, ein Nachfolgemodell wurde schon bald darauf vorgestellt. Baer selbst kreierte später noch das bekannte Geschicklichkeitsspielzeug “Senso”.
Richard Bartle degegen erschuf 1978 gewissermaßen den Vorläufer moderner MMOs wie World of Warcraft: Den Multi-User Dungeon, kurz MUD. Zusammen mit seinem Mitstudenten Roy Thrubshaw programmierte er ein Spiel, das mehrere Spieler - über den Universitätsgroßrechner verbunden - gemeinsam spielen konnten. MUD kam dabei komplett ohne Grafik aus, sämtliche Ereignisse und auch die von “Herr der Ringe” inspirierte Spielwelt wurden als Text ausgegeben.
Die Ausstellung auf der Games Convention Online wird sich, getreu der neuen Ausrichtung der Messe, vornehmlich auf die Entwicklung der Onlinespiele im Laufe der Zeit konzentrieren. Ausgangspunkt wird die “Brown Box” darstellen, die Besucher werden sich außerdem die Spiele der Universitätsrechner der 70er Jahre und die Meilensteine der folgenden Jahrzehnte anschauen können:
Wir zeigen zudem die privaten Anfänge im Hobbykeller ab 1983, den Siegeszug in die Jugendzimmer dank des World Wide Web ab 1993 und den Start der Breitband-Ära im Jahr 2000, so Andreas Lange, Leiter des Computerspiele Museums in Berlin.
Zuletzt wird auch auf das aktuelle Kapitel der Onlinespile eingegangen, neben den bekannten Client-basierten Onlinespielen auch auf rein im Browser spielbaren Titeln.
Geschrieben in Leipzig Events, Historie | Comments Off